Shopping-Center: Mit mehr Service zu mehr Kunden

Der Online-Handel macht dem stationären Geschäft zu schaffen. Aber Shopping-Center und Fachmarktzentren sind weiterhin attraktive Magnete für Konsumenten, und ihre Besucherfrequenz ist tendenziell steigend. Dafür lässt sich das Center-Management auch so einiges einfallen. Einblicke über Leerstände, veränderte Vertriebs- und Flächenkonzepte und Marketingstrategien gibt eine neue Studie von EHI und German Council of Shopping Centers.

64 Prozent der Center-Manager/innen erwarten laut der von EHI und German Council of Shopping Centers erstellten Studie „Center-Management im Fokus“ stabile Mieteinnahmen für das Jahr 2019, 22 Prozent rechnet mit rückläufigen Mieten und 13 Prozent gehen davon aus, dass sie höhere Mieteinnahmen haben werden. Um ihre Besucherzahlen zuverlässig zu bestimmen, nutzen die Center an erster Stelle Kameratechnik (45 Prozent), Lichtschranken (38 Prozent), Befragungen oder manuelle Zählungen (jeweils zehn Prozent). WLAN, Mobilfunk oder Beacons werden nur vereinzelt eingesetzt. Sieben Prozent messen das Kundenaufkommen gar nicht. Im Durchschnitt hat sich die Besucherfrequenz bei fast 60 Prozent der Fachmarkt- und Shopping-Center in den letzten zwei Jahren positiv entwickelt, 42 Prozent erkennen einen Besucherrückgang.

Geringer Leerstand in Einkaufszentren

Zwei Drittel (66 Prozent) der befragten Manager/innen nennen einen relativ geringen Leerstand in den Centern von bis zu drei Prozent. Allerdings hat auch jedes dritte Center (33 Prozent) eine Leerstandsquote von mehr als drei Prozent und knapp jedes fünfte Center (19 Prozent) sogar mehr als fünf Prozent der Fläche nicht vermietet. Dabei schneiden Center auf der grünen Wiese leicht besser ab als Center in den Innenstädten oder Stadtteilen. Im Vergleich zu erkennbaren Leerständen in Einkaufsstraßen deutscher Städte, ist aber insgesamt eine sehr stabile Situation festzustellen.

Um ihre Center attraktiv zu halten, veranstalten 45 Prozent mehr Events und geben dafür auch mehr Geld aus. Ein Drittel (32 Prozent) hat bereits mit Pop-up-Stores gearbeitet und 28 Prozent planen dies. 80 Prozent geben an, bei Events mit professionellen Agenturen zusammenzuarbeiten. In puncto Service bieten 82 Prozent ihren Kunden WiFi, 62 Prozent verfügen über einen Infopoint als Anlaufstelle für Fragen, 41 Prozent verfügen bereits über E-Ladesäulen und Apps gibt es bei 22 Prozent der Center beziehungsweise vier Prozent haben eine spezielle Park-App.

Ausbau der Gastronomie-Angebote

Eine deutliche Mehrheit der Center-Managements geht davon aus, ihre Flächenanteile für Unterhaltung, Gastronomie und andere Service zu erhöhen. Gastronomie schätzen Kunden als gern gesehenen Service in Einkaufscentern und wird zurzeit stark ausgebaut. Ein Viertel der Befragten hat in den letzten drei Jahren die Flächen dafür erweitert und sogar 46 Prozent planen flächenmäßig mehr kulinarischen Service in ihren Centern. Aktuell stellen dafür 16 Prozent der Center über 10-15 Prozent Fläche zur Verfügung, bei 39 Prozent der Einkaufstempel nimmt die Gastro-Fläche fünf bis zehn Prozent ein und bei 45 Prozent der Center sind es bis zu 5 Prozent. Diese Anteile werden sich deutlich zu Gunsten von Gastronomie verschieben. 

Zur Methodik: Von den 483 Shopping-Centern in Deutschland haben 140 teilgenommen, was einer Quote von 29 Prozent entspricht. Drei Viertel davon waren Betreiber von klassischen Shopping-Centern und Shopping-Quartieren, ein Fünftel Fachmarkt-Center. Darunter waren viele große Center – fast 40 Prozent haben eine Mietfläche von mehr als 30.000 qm. (sg)

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